"Die Luft ist ein Stoff, ohne welchen kein Geschöpf lange leben kann.
Wenn sie gut ist, erhält sie die Gesundheit; ist sie aber
widernatürlich beschaffen, so zerstört sie dieselbe."
Bergarzt K. A. Kortum um 1800
Lüften
Soll in einem geschlossenen Raum ein Luftwechsel erreicht werden spricht man von lüften. Ganz natürlich kann der Luftwechsel erreicht werden, indem Fenster und Türen geöffnet werden. Eine andere Möglichkeit des Luftwechsels kann erreicht werden, wenn maschinell gelüftet wird.
Warum lüften?
Für den Mensch, das Tier und die Pflanze ist Luft die Lebensgrundlage. Können wir doch einen Tag ohne Wasser überleben und sogar mehrere Tage ohne Nahrung, so sind es nur wenige Minuten ohne Luft.
Wir verbringen einen Grossteil des Tages in geschlossenen Räumen, hier dünsten Möbel, Teppiche und Baustoffe Schadstoffe aus. Aber auch die Menschen in den Räumen sorgen durch die Ausdünstung von Körpergerüchen für „schlechte Luft“.
Darüber hinaus stoßen die Menschen umso aktiver sie sind Kohlenstoffdioxid aus. Ein hoher CO-2 Gehalt (Kohlenstoffdioxid) führt zu Kopfschmerzen und macht schlapp.
Hinzu kommen die verschiedensten Feuchtigkeitsquellen, wie der Mensch selbst, Topfpflanzen, Waschmaschinen und Geschirrspüler, das Wannenbad usw. Die daraus entstehende hohe Luftfeuchtigkeit empfinden wir Menschen als unangenehm.
Mit einem Wort: Um das Wohlbefinden zu stärken und Schäden am Körper zu vermeiden muss regelmäßig gelüftet werden.
Ziel des Lüftens ist es also die schlechte Luft nach außen abzugeben und frische Luft, insbesondere Sauerstoff wieder in den Raum zu bringen, so dass der natürliche Gehalt von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid in der Raumluft wiederhergestellt ist.
Wie kann gelüftet werden?
In Altbauten erfolgt eine natürliche unkontrollierte Lüftung durch undichte Fenster, Haustüren, Decken und Wände. Diese natürliche Lüftung hat aber große Wärmeverluste und hohe Heizkosten zur Folge.
Moderne Häuser sollten im Winter zwei bis dreimal täglich für 5-10 Minuten gut gelüftet werden, im Frühjahr, Sommer und Herbst ebenfalls zwei bis dreimal täglich, für 15-30 Minuten.
Um Energie zu sparen, werden in letzter Zeit immer mehr Gebäude gut gedämmt und möglichst luftdicht gemacht, um hier zusätzlich weitere Energie zu sparen ist hier der Einbau einer modernen Lüftungsanlage empfehlenswert. Für Passiv- und Nullenergiehäuser sind diese Lüftungsanlagen Pflicht. Die Be- und Entlüftung der Gebäude erfolgt durch diese automatisch.
Lüftungsanlagen
Lüftungsanlagen führen automatisch verbrauchte Luft ab und frische Luft von außen zu.
Es gibt so genannte Zuluft-Anlagen, so genannte Abluftanlagen, sowie kombinierte Zu- und Abluftanlagen. Die Lüftungsanlagen hinsichtlich des Gebäudes leistungsmäßig angepasst.
Im Detail:
Zuluft-Anlagen:
Zuluft-Anlagen versorgen die Räume mit Außenluft. Um die Menschen, oder die Maschinen vor Insekten, Staub und Pollen zu schützen sind die Zuluft-Anlagen mit mehr oder weniger feinen Luftfiltern ausgestattet. Diese Luftfilter müssen regelmäßig gereinigt oder getauscht werden.
Abluftanlagen:
Die schlechte Luft aus der Küche, dem Bad und dem WC wird von einem Ventilator abgesaugt und ins Freie geblasen. Der erzeugte Unterdruck macht es möglich, dass die frische Luft durch Außenluftdurchlässe in das Wohnzimmer und das Schlaf – und Kinderzimmer strömen kann. Im fensterlosen Bad ist es sinnvoll, die Abluftanlage an den Lichtschalter zu koppeln um so für einen notwendigen Austausch der Luft zu sorgen.
Zu-und Abluftanlagen:
Die schlechte Luft aus Küche, Bad und WC wird, wie bei der Abluftanlage von einem Ventilator abgesaut und ins Freie geblasen. Ein zweiter Ventilator leitet über Luftkanäle frische Luft in die Schlaf- und Wohnräume. Auch hier ist die Zuluft-Anlage zum Schutz vor Schmutz und Pollen mit Luftfiltern ausgestattet. Die Türen in der Wohnung müssen mit Luftspalten oder Überström-Luftdurchlässen versehen sein um den Luftaustausch in der Wohnung zu ermöglichen. Nur so gelangt die verbrauchte Luft von den Zulufträumen wieder in die Ablufträume.
Eine weitere Lüftungsanlage ist die Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung.
Die schlechte, verbrauchte Luft aus der Küche, dem Bad und dem WC wird wie bei der Abluftanlage nach außen geführt, in den Wohnraum, sowie in die Schlafräume strömt frische Luft. Mit Hilfe des Wärmetauschers erwärmt die warme Abluft die kalte Frischluft. Auch hier werden Staub und Pollen aus der Frischluft herausgefiltert und sorgen so für eine gute Raumluft.
Eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung arbeitet nur dann bestmöglich, wenn das Gebäude luftdicht ist.
Im Übrigen: Eine Lüftungsanlage ist keine Klimaanlage! Eine Klimaanlage soll das Gebäude kühlen, eine Lüftungsanlage stellt die hygienisch notwendige Frischluftzufuhr sicher.
Welche Vorteile hat eine Lüftungsanlage?
- Immerzu hygienische Luftverhältnisse
Unabhängig von den Wetterbedingungen draußen werden durch die Lüftungsanlage Schadstoffe, CO-2 und Feuchtigkeit abtransportiert.
- Saubere Luft in allen Räumen
Durch die Luftfilter ist es auch möglich im Stadtbereich frische, saubere Luft in den Räumen zu haben. Pollen werden herausgefiltert, was besonders für einen Allergiker von Vorteil ist.
- Weniger Energieverbrauch
Durch eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung kann Energie eingespart werden, da die Wärme in der Abluft an die Zuluft weitergegeben werden kann.
- Reduzierung der Lärmbelästigung
An stark befahrenen Straßen oder innerhalb der Stadt ist durch die Lüftungsanlage für den notwenigen Austausch von Zu- und Abluft gesorgt, ohne, dass ein Fenster geöffnet werden muss und Lärm nach innen dringt.