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Oberflächentemperatur


Begriffserklärung Oberflächentemperatur

Die Temperatur eines Körpers, welche an dessen Oberfläche herrscht, ist die sogenannte Oberflächentemperatur. Sie ist die in Bezug auf die Wärmestrahlung des Körpers von außen sichtbar beziehungsweise messbarer Temperatur.
Besitzt das Innere des Körpers eine andere Temperatur als die Randschicht des Körpers, ist die Oberflächentemperatur von Bedeutung. Für die Beschreibung des Wärmeübertragungsprozesses auf der Oberfläche oder zwischen der Oberfläche und dem Körperinneren ist die Oberflächentemperatur ebenfalls von Bedeutung.
 
Die in den letzten Jahren zum Zwecke der Energieeinsparung vorgenommenen Wärmedämm- und Dichtungsmaßnahmen haben zu Fällen von Schimmelpilzbildung geführt. Die wichtigsten Einflussparameter für Schimmelpilzwachstum auf Bauteiloberflächen sind Temperatur und relative Feuchte sowie ein entsprechender Nährboden und die tägliche Dauer der zusammenwirkend das Wachstum fördernden Bedingungen. Vereinfachend kann man sagen: Begünstigend wirken sich Bereiche geringer innerer Oberflächentemperatur und eine hohe Luftfeuchte aus. Dabei besteht eine Wechselwirkung zwischen Temperatur und Luftfeuchte: Je höher die Lufttemperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie enthalten. Trifft nun warme Luft auf kalte Oberflächen, so kann ihre Wasserdampfkapazität überschritten werden und es kann zur Tautropfenbildung auf der Oberfläche kommen (z.B. an der Oberfläche einer kalten Getränkeflasche, wenn sie mit der warmen Zimmerluft in Kontakt kommt). An dieser Oberfläche herrschen in dem Moment 100% Luftfeuchte. Dem Schimmelpilz genügt aber bereits geringere Luftfeuchtigkeit zum Wachstum.

Aus diesem Grund fordert die DIN 4108-2 Ausgabe Juli 2003 die Kontrolle der inneren Oberflächentemperatur als Maßnahme zur Vermeidung von Schimmelpilzbildung. Die innere Oberflächentemperatur darf danach bei -5°C Außentemperatur einen Wert von 12.6°C nicht unterschreiten (dies entspricht 80% Luftfeuchte an dieser Stelle bei 20°C Innentemperatur und 50% Luftfeuchte innen).

Warum ist die Höhe der Oberflächentemperatur eines Hauses von erheblicher Bedeutung?

Für ein gesundes Raumklima sowie für die Behaglichkeit spielt die Temperatur der Innenseite umschließender Bauteile (Außenwand, Dach, Fußboden usw.) eine entscheidende Rolle. Diese darf höchstens zwei Grad unter der Raumlufttemperatur liegen, sonst entsteht Zugluft. Die warme Zimmerluft kühlt beim Kontakt mit der nicht gedämmten, kalten Wand ab und gleitet dann wie ein Fallwind nach unten.
 
Ist die Oberflächentemperatur also zu niedrig, muß zur Erhaltung der Behaglichkeit der Raumlufttemperatur ein Ausgleich geschaffen werden. Es wird meist verstärkt geheizt, doch das kann den Effekt nicht abmildern, sondern treibt lediglich die Kosten in die Höhe.
 
Die Innenseiten dieser Bauteile kühlen oft so stark ab, daß sich die Luftfeuchtigkeit in Form von Tauwasser dort absetzt – optimale Bedingungen für Schimmelpilze. Da hat auch die beste Heizung keine Chance, dies auszugleichen. Eine dauerhafte Beseitigung der Schimmelpilze erfolgt nur durch die Beseitigung der Ursachen. Hierzu bedarf es neben einem guten Lüftungsverhalten – entweder manuell, wie herkömmlich, oder per Lüftungsanlage in moderner Passivhausweise – vor allem einer adäquaten Dämmung des Wohnraumes.






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