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Wärmedämmverbundsysteme


Begriffserklärung Wärmedämmverbundsysteme

Vereinfacht gesagt, ist ein Wärmedämmverbundsystem ein System zum außenseitigen Dämmen von Gebäudewänden. Man meint damit, daß bestimmte, aufeinander abgestimmte Materialien (Komponenten) miteinander „verbunden“ und auf das Mauerwerk aufgebracht werden. Bei diesem Verfahren ist es wichtig, komplett aufeinander abgestimmte Komponenten eines Anbieters zu verwenden.
 
Fachlich erklärt, ist Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) die Bezeichnung für ein System zur Wärmedämmung, das aus einer Dämmung und wenigstens zwei Beschichtungen besteht, von denen mindestens eine armiert ist. Die Thermohaut findet bei Neubauten Anwendung, eignet sich aber auch zur nachträglichen Altbaudämmung. Die Wärmedämmplatten, meist aus Polystyrol und in verschiedenen Stärken, werden mittels Klebemörtel oder Dübeln an der Außenwand befestigt. Zur Verstärkung der Dämmplatten wird eine Armierungsschicht aufgetragen und ein reißfestes Armierungsgewebe eingearbeitet, das in die Armierungsschicht gedrückt wird, so dass ein sogenanntes „Nass in Nass- Arbeiten“ notwendig ist. Die letzte, äußere Schicht ist ein wasserabweisender Putz oder ein Sparverblenderverband.

Wie sind Wärmedämmverbundsysteme aufgebaut?

Der Aufbau des Wärmedämmverbundsystems hängt zum einen von den bauphysikalischen Gesetzmäßigkeiten wie Temperaturverlauf, Wasserdampfdiffusion oder Wärmespeicherung ab. Weiterhin muß auf die statischen und konstruktiven Gegebenheiten wie Windsog oder Bewegungen des Bauwerks Rücksicht genommen werden. Auch die gesetzlichen Vorschriften und die Wirtschaftlichkeit müssen im Auge behalten werden. Daher sollte für die Planung und Ausführung ein Fachmann zu Rate gezogen werden.
 
Das Wärmedämmverbundsystem besteht aus mindestens drei Schichten:
  • Wärmedämmschicht aus Dämmstoffen in unterschiedlicher Schichtdicke
  • Armierungsschicht aus Armierungsmasse und Armierungsgewebe
  • Schlußbeschichtung zur Gestaltung der Oberfläche
Die Schlußbeschichtung sichert den Wetterschutz zusammen mit der Armierungsschicht an Außenoberflächen.
 
Die gebräuchlichen Systeme sind:
  • Hartschaumdämmplatten (Polystyrol oder Polyurethan) und mineralisches Putzsystem, Kunstharz- oder Silikonputze
  • Mineralfaserdämmstoff und mineralisches Putzsystem

Wie werden Wärmedämmverbundsysteme befestigt?

Es wird grundsätzlich zwischen zwei Befestigungsarten unterschieden. Bei mechanisch befestigten Systemen werden Profilschienen mit speziellen Kragenkopfdübeln an der Wand montiert. Das Hinterlegen mit Ausgleichstücken gleicht Fassadenunebenheiten aus. Letzteres gilt für die Sockelschienen aller Systeme. In der Mehrzahl der Anwendungen werden Dämmplatten direkt auf die Wand geklebt und mit speziellen Tellerdübeln im Untergrund verankert. Die Dübel sorgen für einen dauerhaften Anpressdruck auf die Klebeverbindung (Schraubzwingeneffekt). So wird die Eigenlast des Systems über Scherkräfte (Mikroverzahnung) auf die tragende Wand abgeleitet. Gerade bei Sanierobjekten ist der Altputz oft in Folge langjähriger Umwelteinflüsse nicht ausreichend tragfähig. Staub, Dieselruß, loser oder kreidender Putz und Altanstriche beeinträchtigen die Klebehaftung mitunter erheblich. Zudem kann es zur Verseifung oder Versprödung kommen, wenn auch nach der Abbindezeit des Klebers durch chemische Reaktionen mit dem Untergrund der Klebehaftzug nachlässt. Schließlich schützen WDVS-Dübel das Dämmsystem gegen Schäden durch Windsog-Belastungen. Da Klimaforscher eine Zunahme extremer Stürme voraussagen, ist die Verwendung von Dübeln eine Investition in Sicherheit und Zukunft der neuen Fassade.

Gibt es WDVS mit Vakuum-Paneelen?

Vakuum-Isolationspaneele mit einer entsprechenden Ummantelung aus EPS werden in einem Wärmedämmsystem, welches ähnlich aufgebaut ist wie ein gängiges WDVS verwendet. Dabei handelt es sich um hochwärmedämmende Vakuum-Isolationspaneele, die dank einer patentierten Verlegetechnik erstmals baustellengerecht, wirtschaftlich und nahezu ohne leistungsmindernde Wärmebrücken verarbeitet werden können.
Die empfindlichen Vakuum-Isolationspaneele (VIP) sind bei dem neuen System in EPS-Platten integriert und dadurch vor Beschädigungen auf der Baustelle wirkungsvoll geschützt. Zudem können die Dämmplatten in den Randbereichen geschnitten und auch verdübelt werden, ohne dass der Vakuum-Kern beschädigt wird. Damit ist das System auch für die energetische Sanierung von Bestandsbauten geeignet.






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