Systematik nachträglicher Dämmung

Mit Bezug auf nach wie vor in der Praxis auftretende Planungs- und Ausführungsfehler hat Arnold Drewer vom IPEG-Institut Paderborn die grundsätzliche Systematik der Wärmedämmung aufgezeigt; diese wird im Folgenden zusammengefaßt wiedergegeben:

1. Es sollte nur der beheizte Raum gedämmt werden.
Oftmals werden mehr oder weniger gut gedämmte Dachböden (Warmdach) nur als einfache Stauräume genutzt, also nicht bewohnt. In diesen Fällen sollten nicht die Dachschrägen, sondern die Geschoßdecke gedämmt (Kaltdach) werden. Denn bei zwei baugleichen Gebäuden und derselben Nutzungsart hat man für das gedämmte Dach bei gleichem meßbaren Nutzen bis zu 8 mal mehr Heizkosten, als bei gedämmter Geschoßdecke.

2. Hohlräume orten und dämmen.
Ein WDVS, installiert auf ein Hohlschichtmauerwerk, sei aufgrund von Hinterlüftungseffekten nahezu wirkungslos. Dasselbe gilt auch für nicht gefüllte Kehlbalkenlagen. Wenn auf die oberen Dielenbretter ein Dämmstoff – gleich welcher Art – gelegt wird, ist dieser hinterlüftet und daher wirkungslos (auch wenn in Prospekten von verschiedenen namhaften Dämmstoff-Herstellern genau solche Konstruktionen vorgestellt werden).

3. Den richtigen Dämmstoff in der richtigen Dicke installieren.
Was bedeutet: richtiger Dämmstoff?
Wir unterscheiden Platten, Matten, Schüttdämmstoffe, Einblasdämmstoffe, Stopfdämmstoffe und Vakuum-Dämmstoffe (z.B. Vakuum-Isolationspaneele wie PURE-VIP®, BASE-VIP®, FRONT-VIP®, SAVE-VIP®, SITE-VIP® sowie ALU-VIP® und GLAS-VIP).  Zudem gibt es Dämmstoffe, die zwar in der Literatur, jedoch nicht mehr im Handel vorkommen. Die Produkte sind brennbar oder unbrennbar, hydrophob oder hydrophil, leicht oder schwer, haben WLGs ab 008 und kosten höchst unterschiedlich viel (vgl. http://www.vacu-isotec.de/arbeitshilfen.php). Um zweckdienlich angemessen zu investieren, sollte man daher die unterschiedlichen Dämmstoffe und -verfahren genau kennen.
Was bedeutet: richtige Dämmstoffdicke?
Es gibt die Anforderungen der EnEV, der KfW und das Gebot der Nachhaltigkeit. Jeder Planer, jeder Handwerker und jeder Bauherr sollte sich darüber im Klaren sein, daß die Entscheidung für einen bestimmten Dämmstoff und eine bestimmte Dämmdicke i.d.R. eine Entscheidung für die restliche Lebensdauer des Gebäude ist und unter wirtschafltichen Bedingungen nicht mehr revidiert werden kann. Es empfiehlt sich daher, die EnEV-Standards immer zu übertreffen.

Es gibt für jedes Bauteil, jede Konstruktion und jeden Bauherren immer die individuelle passende Lösung!

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