Der Handel bietet eine große Auswahl an Dämmmaterialien. Wo aber liegen die Vor- und Nachteile des jeweiligen Baustoffes? In diesem Artikel werden die gängigsten Dämmstoffe betrachtet.
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 sieht vor, daß bis zum Jahresende 2011 Hausbesitzer die oberste Geschoßdecke gedämmt haben müssen. Wer selbst loslegt, steht vor der Materialfrage. Denn Baumärkte und Fachbetriebe bieten eine Vielzahl von Produkten an, um das Haus warm einzupacken.
Es werden drei Haupt-Materialgruppen unterschieden: erstens mineralische Stoffe wie Glas- oder Steinwolle, zweitens Polyurethan (PU) und Polystyrol (EPS, besser bekannt als Styropor) und drittens Materialen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf, Baumwolle, Holzfasern oder Zellulose. Diese drei Gruppen decken 95 Prozent des Dämmstoffmarktes ab, sagt Werner Eike-Hennig vom Institut für Wohnen und Umwelt in Darmstadt. Von den rund 30 Millionen Kubikmetern Dämmstoffen, die pro Jahr verarbeitet werden, entfällt der Löwenanteil auf Glas- und Steinwolle.
Und dann gibt es noch die Hochleistungsdämmstoffe, welche die Nische besetzen, allen voran die Vakuum-Isolationspaneele (VIP). Diese kommen dort zum Einsatz, wo herkömmliche Dämmstoffe an Grenzen stoßen bzw. wo aus ästhetischen oder rechtlichen Gründen deren Einsatz nicht sinnvoll ist. VIP sind Hochleistungswärmedämmplatten, welche wie eine Kaffepackung aufgebaut sind, nach dem Prinzip der Thermoskanne funktionieren und eine Standardwärmeleitzahl, auch Lambda-Wert genannt, von maximal 0,08 haben. Sie bieten bei minimaler Dicke eine extrem hohe Wärmedämmung und ermöglichen so sehr schlanke Konstruktionen. Da VIP preislich deutlich über den herkömmlichen Dämmstoffen liegen, ist der Einsatz überall dort empfehlenswert, wo zu wenig Platz vorhanden ist für konventionelle Dämmstoffe und dennoch sehr gut isoliert werden muß.
Der Verbraucher treffe seine Wahl meist aufgrund der Kosten, sagt Eike-Hennig. „Es ist ein Unterschied, ob der Quadratmeter 23 Euro kostet oder sechs“ – oder über 70 Euro wie bspw. für VIP. Ein anderes wichtiges Kriterium ist die Wärmeleitzahl. Hier gilt: „Je niedriger, desto besser die Dämmeigenschaft des Materials“, erläutert Energieberaterin Maria Feldhaus von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Aachen.
Polystyrol:
Mit einer Standardwärmeleitzahl von 0,35 ist Polystyrol zwar preislich günstig, kann aber im Keller und unter Dach sehr viel Platz kosten. Der weiße Hartschaum wird oft in dicken Platten an der Außenhauswand befestigt. Zur Dämmung des Speichers eignen sich Verbundplatten aus einer Polystyrolschicht und einer begehbaren Oberfläche aus Spanplatten. Der Nachteil: Polystyrol schützt kaum vor sommerlicher Hitze.
Polyurethan:
Mit dem teureren Polyurethan (PU) kann man denselben Dämmeffekt wie mit Polystyrol bei etwas geringer Dicke erzielen. Zudem hält PU mehr Druck aus und ist feuchtebeständiger, was bei der Dämmung der Kelleraußenwand eine Rolle spielen kann.
Glas- und Steinwolle:
Der Klassiker für den Speicherboden! Denn das Material dämmt gut und schluckt den Schall. Beim Einbau zwischen Dachbalken empfiehlt sich eine Dampfbremse, um Feuchtigkeitsproblemen vorzubeugen.
Nachwachsende Rohstoffe:
Sie kommen meist unter dem Dach zum Einsatz. Verbreitet ist es, Zellulose, also Altpapier, in die Hohlräume zwischen den Dachsparren zu blasen, auch weicher Hanf und Schaf- oder Baumwolle füllen diesen Platz gut auf.
Für die Hauswand bietet der Handel Holfaserdämmplatten an, die zugleich in punkto Schallschutz und sommerlichem Hitzeschutz gute Eigenschaften aufweisen. Korkdämmplatten, die einige Zeit in Vergessenheit geraten waren, werden beliebter, sind aber relativ teuer. Überhaupt gilt: Wer die Ökovariante wählt, greift tiefer in die Tasche, tut aber der Umwelt und unter Umständen der eigenen Gesundheit etwas Gutes.
Hintergrund VIP:
Vakuum-Isolationspaneele (VIP) sind evakuierte Dämmpaneele mit einer acht- bis zehnfach geringeren Wärmeleitfähigkeit als herkömmliche Dämmstoffe. Der Paneelkern besteht aus einem gepreßten Pulver. Hauptbestandteil ist mikroporöse Kieselsäure, welcher Infrarottrübungsmittel zur Minimierung des Wärmestrahlungsdurchgangs sowie ein geringer Anteil organischer Fasern zur Verbesserung der mechanischen Stabilität beigefügt wird. Dieser Plattenkern ist nicht brennbar und in die Brandschutzklasse A2 eingestuft; das Gesamtprodukt entspricht der Baustoffklasse DIN 4102-B2. Der Paneelkern wird in einem Spezialverfahren mit einer gas- und wasserdampfdichten Mehrschichtverbundfolie umhüllt, evakuiert und dann verschlossen. Im Allgemeinen werden rechteckförmige Paneele hergestellt, weitere Formen sind ebenfalls möglich.
Auszug aus: Heilbronner Stimme – Immo Stimme, 05.11.2011, Autorin Monika Hillemacher
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Kommen die ersten Risse, kommt auch das Wasser in die Dämmschicht und schwups, war es das mit der Dämmwirkung. Hat dann nur noch eine Schimmelwirkung…