Was ist eigentlich ein Passivhaus?

Überblick verschiedener Bezeichnungen zum Energiebedarf von Häusern

Ein guter Energiestandard ist das A und O moderner Gebäude. Was aber ist genau gemeint, wenn von einem KfW-55-Haus, einem Niedrigenergie- oder einem Passivhaus die Rede ist?

Grundsätzlich gilt: Der Energiestandard legt fest, wie hoch der Energiebedarf pro Quadratmeter und Jahr sein darf. Üblich ist die Angabe in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m² x a). Dabei entsprechen 10 kWh/ (m² x a) in etwa dem Energiegehalt von einem Liter Heizöl. Daher spricht man bei einem Energiebedarf von 30 kWh (m² x a) auch vom 3-Liter-Haus.

Ein Problem bei derartigen Festlegungen ist aber, dass sie, je nachdem welche Fläche für die Berechnung des Energiebedarfs berücksichtigt wird (Gesamtfläche oder nur Wohnfläche) und welche Art und welchen Zweck der Energie man für die Bedarfsberechnung heranzieht (Primärenergie, Nutzenergie, Heizenergie), ganz unterschiedliche Resultate für ein Haus ergeben.

Standards setzt die staatliche KfW-Bankengruppe, die im Rahmen ihrer Förderprogramme Kriterien festgelegt hat. Das sogenannte KfW-Effizienzhaus 70 darf demnach höchstens 70 Prozent des Primärenergiebedarfs eines vergleichbaren Neubaus aufzuweisen, der den Vorgaben des Energieeinsparverordnung von 2009 entspricht. Entsprechend niedriger muss der Verbrauch beim Effizienzhaus 55 und 40 sein. Allerdings sagen diese Standards nichts über den letztlich im Geldbeutel spürbaren Energieverbrauch aus, da bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs Komponenten hineinspielen, die einen Hausbesitzer nichts kosten, zum Beispiel die Umweltbelastung bei Förderung und Transport der Baumaterialien.

Ein Passivhaus dagegen hat gemäß dem Passivhaus-Institut in Darmstadt einen Heizwärmebedarfs von maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr, umgerechnet also 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter. Zum Vergleich: ein unsaniertes Wohnhaus aus den 70er Jahren benötigt 300 kWh/ (m² x a) und noch im Jahr 2002 lag der Bundesdurchschnitt bei 160kWh/ (m² x a).

Auszug aus: Heilbronner Stimme, Sonderveröffentlichung “Mein Eigenheim” vom 19.10.2011, Autor: Andreas Tschürtz

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